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Entscheidungshilfe: Welche Kältetechnik ist die richtige?
Veröffentlicht am: 19.06.2026, Lesedauer: 5 Minuten
Im Lebensmitteleinzelhandel werden auf 21 Prozent der Verkaufsfläche gekühlte Waren angeboten – Tendenz steigend. Die Verfügbarkeit gekühlter Produkte ist für Verbraucherinnen und Verbraucher mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.
Fakt ist aber auch: die Kältetechnik im Lebensmitteleinzelhandel macht rund 52 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Zudem sind Beschaffung, Installation und der Betrieb kältetechnischer Anlagen sehr kostenintensiv. Gegenwärtig macht die Kältetechnik im Lebensmitteleinzelhandel etwa durchschnittlich 40 Prozent der gesamten Einrichtungskosten aus.
Aus diesem Grund sind Investitionsentscheidungen für energieeffiziente, zuverlässige und wirtschaftliche Kältetechnik im Kühlbereich besonders wichtig. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen marktgängigen und zukunftsfähigen Kälte- und Kühltechniken im Zusammenhang von Kühltheken und SB-Kühlmöbeln:
Variante 1: Zentrale Kälteversorgung
So geht´s:
Kühltheken mit zentraler Kälteversorgung stehen im Verbund mit einer zentralen Verbundkälteanlage. Hierbei werden mehrere Kühlmöbel von einer zentralen Kälteanlage versorgt. Die Kühlstellen werden über Leitungen versorgt, die im Boden, in der darunterliegenden Ebene oder in einer Installationsebene unter der Decke verlegt sind. Für die Wärmeabfuhr ist zusätzlich ein außen aufgestellter, ausreichend dimensionierter Kondensator erforderlich, der fest mit der Kälteanlage verbunden ist.
Pro:
- Geringere Stromkosten im Vergleich zur dezentralen Kälteversorgung
- Geringere Energiekosten, da die Abwärme für die Erwärmung von Brauch- und Heizungswasser genutzt wird
- Geringere Anschaffungskosten der Kühlmöbel im Vergleich zur dezentralen Kälteversorgung
- Keine Geräuschbelastung im Verkaufsraum durch Kältekompressoren
- Keine Wartungskosten für Kältesätze
- Keine zusätzliche Kühlleistung zum Klimatisieren der Verkaufsräume im Sommer nötig, da keine Abwärme in den Verkaufsraum abgestrahlt wird
Contra:
- Keine Flexibilität beim Austausch von Kühlmöbeln und Standort, zum Beispiel bei einem Umbau oder Aktionen
- Ist ein Gerät defekt, wird die Funktion anderer Geräte beeinträchtigt
- Technik-/Maschinenraum erforderlich
- Kosten und Aufwand für die bauseitige Verlegung der Leitungen
- Bauseitiger Kondensatablauf erforderlich
- Installationsplanung notwendig
- Regelmäßiger Wartungsaufwand und Kontrolle der Kälteanlage durch Fachpersonal
- Kosten für Dichtheitsprüfungen, Prüfungen der CO2 -Warngeräte
Für wen eignen sich Verbundkälteanlagen am besten?
Verbundkälteanalgen sind ideal für größere Märkte mit hohem Kältebedarf, bei denen Effizienz und zentrale Anlagensteuerung im Vordergrund stehen. Verbundkälteanalgen sind auch sinnvoll, wenn Bedarf an Wärmerückgewinnung, zum Beispiel zur Raumheizung oder Warmwasserbereitung, besteht.
AICHINGER-Lösungen:
Alle AICHINGER-Kühlmöbel sind für den Anschluss an eine Verbundanlage geeignet.
Variante 2: Solekühlung als zentrale Kälteversorgung
So geht’s:
Die Solekühlung arbeitet ähnlich wie ein Waterloop-System. Allerdings wird hier nicht die Abwärme transportiert, sondern die Sole selbst dient als Kälteträger zur Versorgung der Kühlmöbel. Dafür wird Wasser mit einem Zusatz, wie Antifrogen N, gemischt, um den Gefrierpunkt abzusenken und Korrosionsschutz zu gewährleisten.
Der Solekreislauf benötigt eine Pumpe für den erforderlichen Volumenstrom sowie einen Wärmeübertrager an einer zentralen Kälteanlage. Diese erzeugt die benötigte Kälte, nimmt die Wärme aus dem Kühlgut auf und gibt sie anschließend über den Kondensator an die Umgebung ab.
Für eine Solekühlung sind zwei getrennte Kreisläufe mit Plattenwärmeübertrager als Übergabepunkte notwendig: ein Primärkreislauf (Kälteanlage), welcher die Prozesskälte erzeugt und bereitstellt, sowie ein Sekundärkreislauf (Soleleitung), welcher die Prozesskälte aufnimmt und zum Kühlmöbel transportiert.
Pro:
- Minimaler Kältemitteleinsatz
- Geringere Wartungskosten
- Sehr gute Übertragung der Prozesskälte vom Sole-Wärmeübertrager im Kühlmöbel auf die Umluft → stabiles, betriebssicheres Kühlen
- Geringere Investitionskosten für Kältetechnik/Kälteanlage
Contra:
- Geringere Energieeffizienz gegenüber einer zentralen Kälteanlage mit Direktverdampfung im Kühlmöbel
- Installations- und Platzbedarf der Soleleitungen im Gebäude
Für wen eignen sich Solekühlungen am besten?
Solekühlungen als zentrale Kälteversorgung sind besonders gut geeignet für größere Märkte oder Märkte mit längeren Leitungswegen, die eine sichere, umweltfreundliche und zentral gesteuerte Kälteversorgung benötigen.
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Variante 3: Steckerfertige Kühltheken
So geht´s:
Bei der dezentralen Kälteerzeugung wird jede Kühlstelle über einen integrierten Kältesatz versorgt. Die dabei entstehende Abwärme wird über einen Luftwärmetauscher in den Verkaufsraum abgegeben, weshalb eine Klimatisierung empfehlenswert ist. Eine Nutzung der Abwärme ist in diesem Fall nicht möglich.
Pro:
- Flexibilität beim Austausch von Kühlmöbeln und Standort, zum Beispiel bei einem Umbau oder für Aktionen
- Defekt eines Geräts (bzw. des zugehörigen Kältesatzes) beeinträchtigt nicht Funktion anderer Geräte
- Kein Technik-/Maschinenraum erforderlich
- Kein Aufwand und keine Kosten zur bauseitigen Leitungsinstallation
- Geringe Kosten für Kältemittel
- In der Regel kein bauseitiger Kondensatablauf erforderlich, Ausnahme bei nicht verglasten Kühlmöbeln wie Bedientheken mit großer Entfeuchtungsleistung
- Keine oder nur sehr begrenzte Installationsplanung notwendig
Contra:
- Höhere Stromkosten im Vergleich zur zentralen Kälteversorgung
- Höhere Energiekosten, da Abwärme nicht für Erwärmung von Brauch- und Heizungswasser genutzt werden kann
- Deutlich höhere Anschaffungskosten der Kühlmöbel
- Zusätzliche Kühlleistung zum Klimatisieren der Verkaufsräume im Sommer wegen der Abwärme in den Verkaufsraum
- Höhere Geräuschbelastung im Verkaufsraum durch Kältekompressoren und Lüfter
- Regelmäßiger Wartungsaufwand zur Reinigung der Kondensatoren und Verflüssiger, Kontrolle der Tauwasserschalen
- Wartungskosten für Kältesätze
Für wen eignen sich steckerfertige Kühltheken am besten?
Steckerfertige Kühltheken sind gut geeignet für kleinere Verkaufsflächen oder flexible Einsatzbereiche, bei denen eine einfache Installation und geringer Aufwand im Vordergrund stehen. Auch bei Umbauten oder temporären Lösungen sind steckerfertige Kühltheken ideal.
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Variante 4: Waterloop-Kühlungen
So geht´s:
Das Waterloop-System ist eine dezentrale Lösung zur Kälteversorgung von Kühlmöbeln über einen Wasserkreislauf. Dabei wird die entstehende Abwärme nicht in den Verkaufsraum abgegeben. Statt eines Luftwärmetauschers kommt ein Plattenwärmetauscher zum Einsatz, der an einen bauseitigen Wasserkreislauf (Waterloop) angeschlossen ist. Dieser überträgt die Kondensationswärme auf das Wasser. Die Wärme wird anschließend über Rückkühler im Außenbereich abgeführt oder kann durch ein Wärmerückgewinnungssystem weiter genutzt werden.
Pro:
- Betriebssicheres, energieeffizientes Laufverhalten der Kälteaggregate durch stabile und geeignete Kondensationstemperaturen
- Keine Abwärme im Verkaufsraum
- Geringe Kältemittelmenge im Einsatz
Contra:
- Zusätzlicher Installationsaufwand für Leitungsnetz zum Wärmeabtransport im Gebäude/Verkaufsraum
- Kühlmöbel sind durch die Anbindung an den Wasserkreislauf nicht mehr mobil
- Bei Defekt des Wasserkreislaufs Ausfall der gesamten Kühlanlage
- Betriebsgeräusche im Verkaufsraum
Für wen eignen sich Waterloop-Kühlungen am besten?
Waterloop-Kühlungen sind ideal für Märkte, die eine flexible, dezentrale Lösung mit zentraler Wärmeabfuhr und guter Energieeffizienz suchen.
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